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Theater

Viel Lärm um Nichts

Regie:
Günter Ballhausen
Schauspieler:
Rosel Zech, Franz Trager, Herrmann Schlögl, Roland Kenda, Claus Eberth, Victor Curland, Hans Günther, Christoph Hofrichter, Hans Jürgen Mayer, Edgar M. Böhlke, Kurt Weinzierl, Helmut Zimmerling, Helmut Wiedermann, Adalbert Stamborski, Arno E. Hausch, Otto Payer, Hartmut Kollakowsky, Geneta Fischer, Sylvia Ulrich, Claudia Lobe
   
Rolle:
Beatrice
Beschreibung:
Ein Krieg ist zuende. Siegreich und übermütig, voller Lebensfreude kehren der Prinz Pedro von Arragon und seine Begleiter Benedikt und Claudio aus dem Kampf zurück und zu Besuch bei Leonato, dem Gouverneur von Messina, ein. Auch der illegitime Halbbruder von Don Pedro, der melancholische, verbitterte Don Juan, ist bei der Gesellschaft. Claudio verliebt sich in Leonatos Tochter Hero. Auf einem Maskenfest wirbt Don Pedro für Claudio und gewinnt Heros wie Leonatos Zustimmung. Alle könnten fröhlich sein, aber über die Ausgelassenheit der Feste legt sich der Schatten der Intrige. Den ersten Zweifel, Pedro habe Hero für sich selbst geworben, den Don Juan in Claudios liebesseliges Gemüt sät, vermag Benedikt noch durch eine offene Aussprache als Mißverständnis aufzuklären. Dabei ist Benedikt ein erklärter Feind der Ehe, zumindest was ihn selbst angeht, er gibt sich als überzeugter Junggeselle. Was allerdings seine Freunde nicht ruhen läßt. Sie schmieden ein Komplott, Benedikt zum Ehemann zu bekehren... Da wäre ja die schöne Beatrice, Leonatos Nichte, und sie ist eine so scharfsichtige und spitzzüngige Kritikerin der Männer im allgemeinen wie Herrn Benedikts im besonderen, daß man leicht meinen könnte, die beiden seien einander wahrhaft würdig... In vielen ironischen Wort-Scharmützeln und schlagfertigem Geplänkel beweisen Beatrice und Benedikt das auch. So könnte die Komödie um ein sanftes und ein streitendes Liebespaar ihren Verlauf ins Happyend nehmen, wüßte nicht Shakespeare alles über die dunklen Seiten der menschlichen Seelen, über die Abgründe der Bitterkeiten, die das Herz nicht zur Ruhe kommen lassen. Don Juan, mit dem prinzlichen Bruder jüngst schwer zerworfen und gerade eben versöhnt, ist der klassische Exponent dieser seelischen Dunkelheit, dieser melancholiebesessenen Sehnsucht nach Zerstörung. Don Juan: "Ich bin lieber Brennessel im Dickicht als Rose in meines Bruders Gunst. Zu meinem Charakter paßt viel besser, daß alle einen Haß auf mich haben, als daß ich mir affek- tierte Faxen anzüchte. Soviel steht fest, ich bin kein speichelleckender Biedermann, aber den aufrichtigen Bösewicht kann man mir nicht absprechen.” Der Impuls, das heitere Glück zu zerstören, löst beinahe eine Tragödie aus. Im Reich der Komödie aber können dann doch die wachsamen Amtsmänner Holzapfel und Schlehwein, die mit Fremdwörtern auf dem kuriosesten Kriegsfuß stehen, den Beweis für die Intrige und damit für die Unschuld der verfolgten Hero liefern. Und Benedikt erweist sich als so integerer Charakter, daß schließlich, unabhängig von allen kupplerischen Ränken, sogar Beatrice zugeben muß, daß sie Benedikt liebt, wenn auch "nicht übermäßig”, so wie er auch sie liebt, aber "nicht übermäßig”!
Quelle: Andriz
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