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Theater

Ein spanisches Stück

Regie:
Jürgen Gosch
Schauspieler:
Rosel Zech, Manfred Zapatka, Wiebke Puls, Anneke Kim Sarnau, Thomas Dannemann
   
Rolle:
Pilar
Beschreibung:
Ich erzähle von der Gewalt der Gefühle, von der Niederlage des Augenblicks, also, ich weiß nicht genau, wie ich das erklären soll, aber sicherlich erzähle ich in meinen Stücken keine Ereignisse, keine Geschichte, keinen Ablauf in der Zeit, so etwas habe ich nie gemacht. Für meine Literatur gilt also nicht die klassische Begründung des Schreibens, das man etwas erzählen will. Mein Schreiben ist eher der Versuch, einen bestimmten Blick auf das Schicksal des Menschen und die Komplexität des Daseins zu werfen. Und dieser Blick ist im wesentlichen ein Blick des Mitgefühls. In ihrem spanischen Stück läßt Yasmina Reza fünf Schauspieler auftreten, die eine Familiengroteske des spanischen Jungdramatikers Olmo Panero probieren. In imaginierten Gesprächen treten sie aus ihren Rollen heraus und erzählen dem Autor, der Kostümbildnerin, einem Interviewpartner von ihren Ängsten und Träumen. Pilar verrät, daß sie Empfangsdame in einem Frisiersalon war, ihre neue Liebe Fernan lernen wir als verwitweten Hausverwalter kennen, ihre Töchter Nuria und Aurelia sind Schauspielerinnen, von denen eine im Filmgeschäft reüssiert und mit einem Hollywoodstar liiert ist, während die andre auf den Erfolg verzichten muß und mit einem alkoholsüchtigen Mathematiklehrer namens Mariano verheiratet ist. Ins Auf und Ab der Familiengroteske hat Yasmina Reza ein melancholisch grundiertes Motiv eingewebt: Aurelias Versuch, in einem Vorstadttheater ein bulgarisches Stück aus den 70er Jahren zu probieren, in dem sie eine unglücklich verliebte Klavierlehrein spielt: "Sie werden aufstehen, sich umdrehen und mich anschauen, Sie werden nicht etwa die Resignation sehen, die meine Haltung, mein ordentlich zusammengelegter Mantel auf dem Stuhl und meine Notentasche vermuten lassen. Sie werden einen erbarmungslosen Kummer sehen, und einen Hauch Freude. Stehen Sie auf, haben Sie keine Angst, ich will nicht geliebt werden, nicht in Wirklichkeit."

Quelle: Schauspielhaus Hamburg


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