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Theater

Das Spiel um Liebe und Zufall

Regie:
Herbert Kreppel
Schauspieler:
Rosel Zech, Hans Günther, Matthias Habich, Horst Reckers, Hermann Schlögl, Bettina Feddersen
   
Rolle:
Lisette (Zofe)
Beschreibung:
Veheiratungskomödie, symmetrisch strukturiert. Silvia, sagt ihr Vater M.Orgon, soll Dorante heiraten. Sie aber will prüfen, ehe sie sich ewig bindet und ersinnt eine List: Sie tauscht den Namen und die Rolle für den anreisenden Zukünftigen mit der Zofe Lisette. Dorante aber, das sagt natürlich schon alles über die Kompatibilität der beiden, hat justament dieselbe Idee. Er schickt den Arlequin als Dorante vor und befasst sich mit Lisette, der Zofe, die Silvia ist. M. Orgon wiederum ist in Dorantes Täuschung eingeweiht, Briefe unter Vätern. Er sagt Silvia nicht Bescheid, um der doppelten Prüfung Vorschub zu leisten.
Es kommt, wie es kommen muss, die Prämisse hält, was sie verspricht, aber genau das scheint ein bisschen wenig. Die Überraschungen bleiben aus. Die Zofe verliebt sich in den Diener (der Arlequin heißt: das ganze ist für die der commedia dell'arte noch recht unmittelbar entstammende "Comédie Italienne" in Paris entstanden), der Diener in die Zofe und beide wissen nicht genau, wie sie dem anderen beibringen sollen, dass sie weniger sind als sie scheinen. Dorante verliebt sich in Lisette, die in Wahrheit Silvia ist. Die verliebt sich in den Diener Bourguignon, der in Wahrheit Dorante ist und beide denken, ihr Herz habe sich unter Niveau entschieden. Die Vernunft sagt nein, aber sie scheint keine Sekunde wirklich überlegen. Für den Betrachter ist der Konflikt, in einem Fall entschärfender dramatischer Ironie, längst schon entschieden: die Liebenden wider Willen leiden und kämpfen für die Galerie.
Das läuft dann, mit viel Geist auf allen Seiten, auf die Liebesprobe Silvias hinaus: Dorante gibt als erster zu, dass er ist, wer er ist und Silvia will als Zofe geliebt sein. Der Vater: "Das heißt also, er soll das ganze Ausmaß der Herausforderung empfinden, die er auf sich zu nehmen glaubt; welch eine unersättliche, selbstgefällige Eigenliebe." Mario (Silvias Bruder): "Es ist die Eigenliebe einer Frau, ganz einfach." Und die gewinnt, mit Pauken und Trompeten. Dorante nimmt nichts übel. Die Welt stand gar nicht auf dem Kopf. Dieser Anschein war Täuschung, alles hat seinen Ort. Ein Spiel um Liebe, das ja, aber der Zufall hat darin keine Rolle.
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